Kein Recht auf Empfindlichkeiten

Von 2010 bis 2016 war Heiner Bielefeldt ehrenamtlicher Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats. In dieser Funktion ist Bielefeldt um die Welt gereist, hat mit Regierungsvertretern, Geistlichen, einfachen Gläubigen und Nichtregierungsorganisationen gesprochen und vor den Vereinten Nationen immer wieder Bericht erstattet.

Religiöse Gefühle sind jedoch nicht sakrosankt. „Religionsfreiheit ist nicht ein Recht darauf, Empfindlichkeiten zu kultivieren“, sagt Bielefeldt. Religionsfreiheit muss auch ein Gleichheitsrecht sein, das Privilegierungen bestimmter Weltanschauungen ausschließt. Hier sieht Bielefeldt in Deutschland immer noch Handlungsbedarf. „Die deutschen Strukturen müssen durchlüftet werden“, so der Theologe, Philosoph und Historiker, der den Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg innehat.

Heiner Bielefeldt spricht auf dem HumanistenTag 2017.

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